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An Tagen wie diesen, Glocknerkönig 2013

Ich wart seit Wochen Krank auf diesen Tag und tanz vor Freude über den Asphalt. Als wär’s ein Rhythmus, als gäb’s ein Lied, das mich immer weiter durch die Großglockner Hochalpenstraße zieht. Das Fuschertörl kommt mir entgegen um mich abzuholen wie ausgemacht. Zur selben Uhrzeit, am selben Treffpunkt wie letztesGlocknerkönig 2013 mal. Durch das Gedränge, der Menschenmenge, bahn ich mir den Weg. Entlang der vielen Kehren zum Fuschertörl, über die Brücken bis hin zur Musik. Wo alles laut ist, wo alle gut drauf sind um durch zu dreh’n. Wo die Anderen warten, um mit uns zu starten und ab zu geh’n. An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit. An Tagen wie diesen habe wir noch ewig Zeit. Wünsch mir Unendlichkeit. Das hier ist ewig, ewig für heute. Ich steh nicht still für die ganze Nacht. Ich lass mich treiben, tauch unter und schwimm mit dem Strom. Dreh meine Kreise, komm nicht mehr runter und bin schwerelos. In dieser Nacht der Nächte, die mir so viel verspricht. Erleb ich das Beste, kein Ende in Sicht. An Tagen wie diesen wünsch ich mir Unendlichkeit.


Der Glocknerkönig war eigentlich als Vorbereitung für die im Juli bevor stehende Alpenüberquerung gedacht. Die Wochen zu vor wollte ich, obwohl Startgeld bereits vom Konto abgebucht war, das Handtuch Schmeißen. Ich erlebt die Hölle auf Erden. Drei Wochen lang verbrachte ich die Nächte meist schlaflos hustend. Die Stunden zogen sich wie Minuten. Nach langen Hust Attacken bekam ich teilweise kaum mehr Luft. Wochen lange Zwangspause sind für einen Sport süchtigen eine reine Qual. So stieg ich mit nur knapp 30 Kilometer vorsichtigen Training am 09. Juni 2013 bei Glocknerkönig das erste Mal seit Wochen wieder auf die Rennmaschine. Im Vorfeld wurde mir schon bewusst, nichts riskieren und nach vorne schauen auf den Traum und Saisonhöhepunkt Trans Alp. So steckte ich zurück und schraubte meine Ziel zurück. Leicht Hochrollen war das Rezept für den Glocknerkönig 2013, falls man überhaupt von leicht sprechen kann. Höhenmeter sammeln und in den Körper hören ob die Vorbereitung für den Alpen Cross auf den richtigen Weg ist. Auf was hab ich mich da nur wieder eingelassen? Naja, auf den Großglockner wollte ich ja schon immer mal rauf und so nutzte ich die Chance beim Kragen als auch weitere Vereinsmitglieder der Concordia Windischeschenbach die zahlreichen Kehren der Großglockner Hochalpenstraße in Angriff nehmen wollten.


Die Nacht war kürzer als gewollt, einer meiner Zimmergenossen leidet offensichtlich an Atemnot. Die Schnarch Geräusche lassen mich nicht einschlafen. Es war schon nach eins als ich das letzte Mal auf die Uhr geschaut habe.  Um fünf  Uhr reist mich der Wecker aus dem doch eingetretenen Tiefschlaf. Ein traumhafter Sonnenaufgang, wo ist nur diese blöde Kamera? Vier Stunden Schlaf ist definitiv zu wenig. Es bleibt nur eins übrig, um mein Ziel zu kämpfen.

Zwangsfrühstück, normal gibt es nichts. So würg ich mir schweren Herzens zwei Gläser Orangensaft und ein paar belegte Brötchen runter. Ich muss der Vorjahressiegerin Andrea Scharrer aus dem Landkreis Regensburg einen erbärmlichen Anblick geliefert haben, sie sitzt mir gegenüber.  Am Abend zu vor erzählte sie uns vom Letzt jährigen Glocknerkönig und was sie heuer bereits gefahren hat bzw. noch vorhat, eine Frau mit viel Power.

Um viertel nach sechs schwinge ich mich auf meinen Carbonhobel und rollte gemütlich vom Übernachtungsort  Zell am See in die Startaufstellung nach Bruck. Kein professionelles Einfahren, mehr so ein Weckruf für den noch müden Körper. Kurz nach halb sechs stand ich bereits in der Startaufstellung. Im dritten Startblock ist der Startbogen gerade so eben zu sehen. Um mich herum sämtliche Leistungsstufen bis hin zum teuersten Carbonluxus. Wie sieht es denn nur im ersten Block aus? Vor allem wird es da vorne noch sehr viel mehr Lightweigt Laufräder zu bestaunen geben. Mein Motivationsziel sinkt in den Keller.

Kurz vor sieben geht es dann endlich langsam los. Kurzes Interview mit den beiden Vorjahressiegern und ein paar Worte vom Brucker Bürgermeister. Sieben Uhr, der Startschuss verzögert sich um knapp zwei Minuten, dann aber die „Glocken von Bruck“, Hells Bells von AC/DC ertönt, nochmal kurz die Augen schließen und tief durchatmen. Der Startschuss fällt, ab jetzt gilt es, falls ich doch endlich mal die Startlinie sehen sollte. Die ersten flachen zehn Kilometer wollt ich so viele Körner wie möglich sparen, doch mein Plan geht nicht ganz auf. Es ist der Wahnsinn wie man sich gegenseitig puscht. Als die Atmung schwer fällig, ein kurzer Blick auf dem Tacho. Verdammt, Fünf Prozent Steigung bereits, der Kopf sagt Tempo drosseln und in den eigenen Rhythmus wechseln. Der erste Teil ist heil überstanden, man muss sich nicht mehr so brutal konzentrieren, denn auch in einem guten Fahrerfeld gibt es immer wieder heikle Situationen vor allem wenn man bei Tempo 40 Reifen an Reifen fährt. Die ersten Kehren sind erreicht, ich versuchte die Leistung konstant zu halten und nicht mehr als 300 – 350 Watt Leistung zu fahren. Jetzt geht es eigentlich erst richtig los. Auch wenn ich nicht wild nach hinten durch gereicht wurde, fragte ich mich schon, wo die Führungsgruppe bereits steckt. Mein Körper funktionierte normal und so höher es hinaus ging umso besser fühlte ich mich obwohl der zweistellige Steigungsprozent schon seit einer viertel Stunde kräftig am Pedal zehrt. Ich achte noch immer sehr darauf, mein Motivationsziel nicht aus den Augen zu verlieren. Den Streckenverlauf kenn ich nicht, umso besser. Die Kamera lenkte mich auch etwas ab um die traumhafte Hochalpenstraße, deren Landschaft und Berge aber auch das leidet meiner „Konkurrenten“  im Bild fest zu halten. Ich versuchte meine Leistung so hoch wie möglich zu halten, mit halb angezogener Handbremse halt. Ja nichts riskieren, es ist noch weit. Quälen konnte ich mich ja oben noch, sonst hätte ich bereits weiter unten was falsch gemacht. Das Wohlbefinden ist mehr als gut, auch wenn ich immer wieder  an das Notmedikament in der Trikottasche und die letzten harten Woche dachte sobald ich die Kamera aus der Tasche holte. Dadurch lass ich mich nicht zermürben. Nur die harten kommen in den Garten! Die Bedingungen sind mehr als ideal. Bereits am Start lag die Temperatur schon bei 10°C. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, es weht ein leichter Wind, fantastische Bedienungen vor allem im oberen Bereich. Ab 1.600 Meter Höhe lag links und rechts neben der schwarzen Rennstrecke noch reichlich Schnee, der erst in den letzten Tagen gefallen war. Kaum zu glauben. Mittlerweile ist es recht kühl geworden was an der erreichten Höhe lag. Windschatten fahren lohnte sich für mich nicht und zu gewinnen gab es für mich eh nichts. Wieder mal stand der Spaß und die freute an der Bewegung in Vordergrund. Meine Beine funktionieren einwandfrei. Keine Krämpfe durch die fehlende Vorbereitung auf den Glocknerkönig. Langsam kommt die Edelweißwand in Sicht. Der Kopf hat bereits in den Kampfmodus geschaltet. Im etwas abflachenden Serpentinenteil konnte ich die Leistung oben halten aber auch wichtige Körner sparen. Etliche Fahrer, die ich weiter unter ziehen lassen musste, überholte ich locker leicht wieder. Ich hab mir bis hier das Rennen gut eingeteilt. Noch ca. zwei Kilometer bis zum Ziel, noch zahlreiche Kehren warteten auf mich unter die Räder genommen zu werden. Die ersten Rennfahrer haben sich bereits warm eingepackt auf den Weg nach unten gemacht. Scheisse, das zehrt etwas an den Nerven. Endlich das Ziel in Augen, doch es war noch so weit entfernt. Aus dem Boxen dröhnt „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen zu mir herunter. Jetzt kämpfte ich mit mir selbst und nicht mehr gegen den Berg. An diesem Punkt wurde mir klar, ich schaffe den Großglockner locker leicht obwohl ich vorher Absagen wollte. Tränen laufen mir über die Wangen, das Gesicht verzehrt. Aber nicht vor Schmerz, sondern vor Freude weil ich sehr stolz auf meine Leistung war. Es schnürt mir sogar die Luft ab. Ich fing mich wieder und meine Wattleistung stieg zu Ende nochmal an. Das Ziel vor Augen als ob man mir mit einer Angel von hinten ein leckeres Schnitzel vor die Nase hielt um mich auf den letzten Metern zu unterstützen. Dann die letzte Kehre, nochmal eine steile Rampe. Wild fremde Menschen feuern mich spektakulär ins Ziel, „Los Matthias, gleich hast du es. Gib alles, gleich ist es vorbei!“. Bin ich irgendwo falsch abgebogen oder bereits im Radhimmel? Ich kämpfte wieder mit den Tränen, aber bitte nicht jetzt. Der Fotograf hält auf mein verzerrtes Gesicht, na herzlichen Dank. Naja, bin ja selber Schuld mit meiner Bayern Tracht hier an den Start zu gehen. Das Ziel ist erreicht. Leider keine Zeit in der Nähe von zwei Stunden wie angepeilt, aber die Zeit von 2:19 kann sich nach den harten drei Wochen sehen lassen. Irgendjemand hängt mir die Finishermedaille um den Hals, ich stand einfach da wollte meine Ruhe haben. Zeit für mich alleine soweit es hier in der Menschenmenge überhaupt möglich war. Kein Hunger, kein Durst, aber wo war nur mein Kleidersack. Jetzt nicht lange in der Kälte mit den angeschwitzten Sachen stehen, schnell in die warmen Klamotten. Nur nicht wieder Krank werden. Danach das Bild des Jahres in den Kasten gebracht, Rad in den Himmel gehoben, Siegerpose.

Aber jetzt kommt wohl das härteste bzw. die größere Herausforderung des Tages am Großglockner auf mich zu. Die rasante Abfahrt mit den schmalen Reifen zum Start. An zahlreichen Bergstürmer fuhr ich vorbei die immer noch auf dem Weg nach oben waren. Sie haben noch einige Kilometer vor sich, ihr armen Schweine. Die Abfahrt überlebt, Transponder abgeben, auf die Kumpels gewartet und dann ging es ab unter die wohl verdiente Dusche bevor die Stunden lange Heimfahrt endgültig das Sitzfleisch überstrapazierte.

Streckenverlauf:

Bruck (753 m), Fusch (780 m), Ferleiten (1.115 m), Fuschertörl - Gedenkkapelle (2.445 m)

In der Einzelwertung belegt ich (Matthias Lenk) mit einer Zeit von 2:19 Std. den 375. Rang von 1.208 Finisher. Mit der Concordia Windischeschenbach erreichte ich in der Teamwertung den 16. Platz.

www.MTBoberpfalz.de - Stand 06/2013

Es geht bestimmt noch höher hinaus!

GPS Daten

Gesamtlänge 27,4 km
Höhenmeter 1.694 hm
Fahrzeit 1,5 - 2,5 Std.
Kondition 6
Technik 2
Natur 3
Panorama 4
Schnitzelindex 2

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www.mtboberpfalz.de

Wer später bremst, ist länger schnell!